Wir unterschätzen niemanden...
… aber respektieren jeden Gegner!
Das war das Abschluss – Statement vom Trainer – Vertretung – Trio der SV Eintracht Heldburg. Der Cheftrainer wurde privat beurlaubt und so kam es, dass der Head Coach M. Weigand nicht an der Linie stand, welches aber der ganzen Sache keinen Schlüsselbeinbruch tat.
Die Anfield Heimspielpremiere 2025 und keine Andere als die Mannschaft aus der heimlichen Kreishauptstadt fand den direkten Weg nach Heldburg.
Auf Grund des über die Landesgrenzen berühmten „Heldburger Starkbieranstich“ wurde das Spiel auf Sonntag 15.00 Uhr inkl. Zeitumstellung gelegt.
Das Trainer Trio tauschte sich schon Tage vor dem Match Meinungen, Expertisen und Ratschläge aus und man kam final zum Ergebnis: Wir müssen die Schleusinger nicht unnötig stark reden, aber sie sind eine gute Mannschaft. Experten der Germanistik resümierten: Den öffentlichen Konsens in anderen Worten wiedergeben.
Auf dem saftigen, glatten und butterweichen Grün der Anfield begann dann das Platzkonzert mit zwei vollen Kappellen und am Pult stand Stardirigent Harzer. Die Gastgeber changden nicht das winning team von letzter Woche und die Gäste vertrauten dem Wetterbericht: Die Aussichten sind gut.
Das Vertretungstrio stand nach dem Abpfiff noch auf dem Platz und zählte mit den Fingern und einem Rechenschieber. Da lief ein F – Junior vorbei und rief verschmitzt: Alles richtig berechnet, sogar den Rest!
Liebe Leser! Ich würde jetzt hier gerne eine möglichst sachliche Laudatio präsentieren, mich dem gestrigen Spielgeschehen aus einer höchst
professio – nellen Perspektive nähern und Euch eine angemessene distanzierte Expertise liefern – aber mir wurde in letzter Zeit immer wieder bescheinigt: Wer nur vom Fußball was versteht, versteht auch davon nichts! Na ja, okay, ich mag Menschen, die den Unterschied zwischen „seid“ und „seit“ kennen.
Zum sportlichen Teil. Heldburg begann wie die Heldburger Feuerwehr und Schleusingen zeigte in den ersten 15 Minuten viel Verzweiflung. So viel Verzweiflung sieht man eigentlich nur bei einer Ü40 – Party im Suhler Kongresszentrum. Chancen im Minutentakt und folgerichtig auch die Führung der Gastgeber. Die Schleusinger wirkten durch den Nebel wie eine neue Staffel von Walking Dead.
Aber wie es im mitteleuropäischen Fußball so ist, dieses Gefühl „ was kann heute schon passieren“ suchte wie Kautschuk die Synapsen der Eintrachtler und man gab Stück für Stück vom Kuchen her. Trotz des nach der Hälfte einer Stunde zweiten Treffers durch Hopf kam keine Souveränität und Coolness in die Heldburger Aktionen. Die filigrane Zweikampfführung, die Gier nach dem Ball, die Lust mal einen drei Meter Pass auch mal beim Mitspieler ankommen zu lassen, zu unterscheiden zwischen einer Flanke und einem Distanzschuss, oder bei Freistößen in Strafraumnähe wenigstens nicht nur den Ball auch das Tor zu treffen zu treffen, fehlte von hinten bis vorn. Die Leistungsparameter vom Sonneberg Spiel pegelten sich bei 50 % ein. Okay, mit einem Zweitore Vorsprung, auf heimischen Grün mit den Fans im Rücken, was will man mehr. Wie gesagt…
Dann machten die Mannschaften schon wieder Pause und im Sportheim konnte gewettet werden, wer als nächstes in Heldburg ein künstliches Knie oder eine neue Hüfte bekommt. Der Stadionsprecher gab noch die letzten Wasserstände durch: Völkershausen -5, Holzhausen -3, Lindenau -2.
Vor der Toilette stand Horst Schlämmer und fragte jeden, welcher mit großen Augen an ihm vorbei wollte, ob er Bitcoins kaufen wolle. In Heldburg ist einfach immer was los.
Neue Halbzeit – neue Hoffnung.
Und siehe da, die Schleusinger legten gleich zwei Eimer Kohlen auf und machten den Schabowski: Wollten die Wende! Die Gastgeber wurstelten weiter, aber man muss der Eintracht zugestehen, dass sie sich weitere glasklare Chancen erarbeiteten (die Chanceninhaber waren frei, wie Supermann am Waschtag), welche aber wie eine Anstellung in der Pflege, nichts brachten.
Dann kam es im Schleusinger Gästeblock zu tumultartigen Szenen, wie bei einem langersehnten Besuch des Telekom – Technikers: Der Anschluss war da. Durch einen – die einen sagen so, die anderen sagen so“ Elfmeter kamen die Gäste zu ihrem Treffer.
Das doch vom Tempo her schnelle Spiel bekam jetzt noch einen Löffel Schmackes dazu. Heldburg hatte insgesamt mehr vom Play, aber wie gesagt. Die treuen Fans haben in Heldburg schon viel erlebt.
Dann kam es zu einem kleinen Bonbon, Ph. Schmidt steckte genial den Ball durch das Schleusinger Abwehrgerüst und Hopf machte das Fieberthermometer. Schob ein!
3 zu 1, das wars. Schleusingen zeigte noch den Hauch des Aufbäumens und Heldburg rettete sich zum Abpfiff.
Drei Punkte, Mund abwischen und weiter geht’s.
Die sportlichen Fans wanderten zügig ab, sie wollten zum jährlichen Gedächtnis – Fahrrad – Korso nach Einöd und der Rest spielte im Sportheim noch 17 und 4 um ein Sitzkissen.
Das kommende Wochenende bietet das nächste Hai – Laid mit zwei Pokalspielen. 5 Stunden Fußball Schmackes vom Feinsten, auf das sich jeder freuen kann.
11.30 Uhr Chemie Zwei gegen Schleuneu/Enges Tal…Kracher
14.30 Uhr Eintracht gegen Schönbrunner Schleuse …totaler Kracher
20.15 Uhr Tatort „Fiderallala“ …Wahnsinn
Zum Schluss noch ein paar Starkbierfestgedanken
Wenn Du mal vor einer Kapelle stehst, in der ein hölzerner Pfarrer eine blechernde Rede hält, dann opfere 5 Eure und klau 10 Euro aus dem Opferstock
Danach lege Deinen Bauch in Falten, stecke Deinen Kopf in den Sand, schaue Dich um und suche das Weite