Je härter der Aufstieg, desto schöner die Aussicht
Meine Damen, meine Herren,
zum siebten Mal in diesem Jahr zeigt das Thermometer über 20 Grad an, es scheint die Sonne , die Fans stehen oder sitzen und trinken Bier und Aperol. Was eigentlich gesagt werden soll: Ein Tag, wie gemacht, um in der Stube zu hocken und sich das letzte bisschen Lebensfreude auszuknips…ach die SG Unterland spielt…na dann…hopp zu los, nichts wie hin.
In Summe spielte gestern die Spielunion und Gemeinschaft Unterland in zweifacher Ausfertigung. Erst verzückten die jungen Wilden gegen den Spitzenreiter der Kreisklasse Reurieth das Fußball Fan Herz und danach erwartete der einheimische Spitzenreiter die Mannschaft aus dem Norden, in Spiegelschrift die SG Eishausen.
Erinnern wir uns an die Hinspiele. Da hatten es die Reuriether gegen unsere U23 sehr sehr schwer, sich die drei Punkte zu holen. Die erste Garde holte zwar die drei Punkte, aber mühte sich sehr lang bis die Tücher trocken waren.
Nun liefen am Sonntag die Rematches und keiner wusste so richtig, was ihn an diesem Sonntag erwartet. Nach den vergangenen Anfielder Spektakeln war die große Frage: Geht es so weiter? Werden (Pfeil) two Flies beat with one trap?
Fangen wir also an mit unserem Bericht, mit der gewohnten Rechtschreibschwäche und den miesen Gags.
Gleich mal vornweg…Jeder lebt seine Liebe zum Verein so aus, wie er es will. Was Euch und uns vereint: diese Mannschaften, dieser Gang auf den Sportplatz und das gemeinsame Fühlen und Freuen.
Und ganz ehrlich: Warum immer miesepetrig sein? Wieso immer anti! Fußball, du bist wahnsinnig schön inmitten des Heldburger Unterlandes.
Wer nicht Vorort live dabei sein konnte, lief am Samstag noch in den EDEKA, in die Elektroabteilung, kaufte eine StarLink-Antenne powered by Emotion von Elon Musk, holte sich am Apothekenstand lilafarbene Globuli und schaltete dann zu Hause den Receiver auf 0815.
Dann lösten sie noch schnell die Millionenfrage bei Günter Jauch und mussten mit Johannes B. Kerner durch die Talkshow – Hölle gehen. Und schon waren sie live dabei. (diese geistige Anhäufung würde ich zum Beispiel als „undgarnichtmal“ so schlecht bezeichnen. Viele sehen das anders…)
Wie gesagt, der Anfang wurde von der U23 der einheimischen SG gemacht und unter dem Strich wurde Respekt und Anerkennung der Fans gezollt. Eine geschlossene Mannschaftsleistung mit ungewohnt viel spielerischen Akzenten brachte dem Spitzenreiter Reurieth
eine 2 zu 1 Niederlage bei. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass die Gäste etliche Großchancen liegen ließen. Die SG Reserve ist somit mit dabei, wenn der Titel der Kreisklasse West vergeben wird. Sehr gut.
Nach der sehr guten Einstimmung erwarteten doch zahlreiche Fußballfreunde das Derby SG Unterland gegen SG Straufhain. Leider wurde es nicht der richtig geile Klassiker, weil die Überlegenheit der Gastgeber nicht messbar war und die Gäste beizeiten die Hände hoch hielten, sich praktisch ergaben.
Nach drei Minuten mit einem schnellen Tor von Goalgetter Schreiber war das Ding rum. Um die Sache abzukürzen, zur Halbzeit stand es 6:0 und L. Voit zelebrierte innerhalb von 10 Minuten einen Hattrick.
Ebenfalls zu erwähnen die heroische Leistung des Schiedsrichters. Er pfiff mutterseelenallein das doch hitzige Vorspiel ohne Unterstützung von den grell weiß leuchtenden Seitenlinien. Nach einer kurzen Pause mit Iso Getränk und Sauerstoffzelt übernahm er locker flockig die Leitung des Kreisligaspiels. Vielleicht wollte er es so, vielleicht konnte der KFA nicht anders, nichts Genaues weiß man nicht.
Auf alle Fälle bekam er das Derby ohne Probleme über die Bühne, auch weil die Mannschaften es ihm sehr leicht machten. Im gleichen Atemzug ein großes Lob an die Gäste, welche trotz zeitiger Demütigung ein fairer Gegner über die gesamte Spielzeit blieben. Keine gelbe Karte – ganz selten in dieser Klasse.
Dann war Pause. Wie gehabt, ein interessanter Workshop im Sportheim, diesmal mit einem Chefarzt der Gastrologie aus der hiesigen Tagespflege. Er erläuterte eine neue Nebenbehandlungsmethode bei Stau und Verstopfungen im Inneren des Menschen. Thema: Das Verpassen eines Einlaufs über den großen Zeh in den Zwölffinger – Darm“. Für alle die kein Blut sehen konnten, lief nochmal im TV die Anfangsphase in der Wiederholung.
Auch das Glücksrad wurde wieder emsig gedreht, denn es winkte ein wertvoller Hauptpreis, nämlich ein Sanifair – Gutschein.
Dann ging es weiter und weiter, mit Tor um Tor für die Gastgeber. Das Spiel atmete jetzt eine erdrückende Emotionslosigkeit und resultierend daraus stieg der Bierkonsum und der Verzehr von Lachshäppchen.
Am Ende hieß es 11:0 und zusammenfassend muss festgestellt werden, Torwart Digritz hätte in der zweiten Hälfte seine Mütze ins Tor legen und ein Bier trinken gehen sollen.
Drei Schüsse aufs Tor, eine Statistik, fast so traurig wie mancher Liebesleben.
Das Spiel war wie die dritte Ausschusssitzung im Europäischen Parlament zur Frage, ob die Abgasnorm von Dieselautos an die Migrationsquote der Bündnisländer gekoppelt werden sollte. Alle hofften, dass es bald vorbei ist.
Ein leiser Windhauch schlängelte sich durch die Kreckaue hoch zur Veste und man hörte leise aber bestimmt „Aufstieg“ Aufstieg“ und die Zuschauer feierten den Abend, oder den Feierabend.
Nächste Woche brennt erst einmal der Baum in Milz und die Woche danach ist das große Pokalfinale in Sonneberg.
Step by Step – alles wird gut.


